Zecken – wie kann man einem Biss vorbeugen

Keine Ahnung, ob die Viecher in unserer Kindheit noch nicht so verbreitet waren oder ob man sich einfach noch nicht so viele Gedanken über sie gemacht hat. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ich keine kurzen Hosen in den Wald anziehen durfte oder meine Hosen in die Socken stopfen musste. Heute habe ich durch all die Artikel schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn meine Kinder in Sandalen oder sogar barfuss in den Wald gehen. Aber manchmal lässt sich das halt schlecht vermeiden, der Wald ist gleich nebenan und ich renne nicht die ganze Zeit hinterher und rufe „andere Hose anziehen“ oder „Hose in die Socken!“. Ich versuche trotz allen Warnungen entspannt, aber möglichst gut informiert, an das Thema Zecken, Zeckenschutz, Borreliose und FSME heranzugehen.

Meine für mich und meine Familie wichtigsten Regeln, gerade hier in der Ostschweiz, DEM Zecken-Risikogebiet in der Schweiz:

  • wenn möglich die Haut mit passender Kleidung schützen, hier sind wir aber nicht dogmatisch
  • nach einem Waldausflug, bzw. während der „Hauptzeckenzeit“ zwischen Frühling und Herbst wenn möglich immer abends eine kurze Körperkontrolle bei uns und bei den Kindern (durch uns Eltern) durchführen. Kniekehlen, Armbeugen, Kopf etc. Hier fühlen sich die Zecken besonders wohl!
  • Auch bei Haustieren, die sich draussen bewegen, eine regelmässige Kontrolle einführen, gerne werden Zecken durch diese ins Haus transportiert
  • Die exponierten Stellen mit Kokosöl einreiben
  • UND GANZ NEU ist bei uns jeweils ein kleiner Zeckenschutz-Anhänger namens Tickless dabei, der ganz leichte Ultraschallwellen aussendet und gemäss Hersteller die Zecken so gar nicht zu uns kommen möchten, weil die Wellen ihre Fühler ganz durcheinander bringen. Endlich eine tolle Alternative zu den giftigen Sprays, die wohl keiner gerne auf die feine Kinderhaut sprüht.

Ich denke, am besten fährt man mit einer Kombination von verschiedenen Massnahmen.

Nichts destotrotz sollte man doch wissen, was zu tun ist, wenn einen trotz aller Massnahmen eine Zecke gebissen hat:

Wanderröte bei Zeckenbissen ist ein Symptom für Borreliose

Zecken richtig entfernen

Was ist denn nun zu tun, wenn sich doch mal eine Zecke festgebissen hat. Man hört da ja auch immer wieder von unterschiedliche Methoden. Ich habe deshalb direkt bei der Liga für Zeckenkranke Schweiz (LiZ) nachgefragt.

  • Zecke möglichst rasch nach deren Entdeckung entfernen
  • Zecke mit einer feinen Pinzette durch Fassen direkt über der Haut und mit leichtem kontinuierlichem Zug entfernen (nicht drehen). Es ist nicht empfehlenswert, die Zecke mit Öl, Leim oder Ausbrennen abtöten zu wollen. Selbst wenn ein Teil des Saugrüssels in der Haut stecken bleibt, ist dies nicht weiter schlimm, da der Fremdkörper vom Organismus selbst herausgearbeitet wird
  • Stichstelle gut desinfizieren (dies verhindert allerdings keine Krankheitsübertragung)
  • Zeckenstich sorgfältig dokumentieren:
    • 1. Wann erfolgte der mutmassliche Befall?
    • 2. Wo erfolgte der mutmassliche Befall?
    • 3. Wann wurde die Zecke entfernt?
  • Zecke in einem beschrifteten Döschen (z.B. Pillendösschen o.ä.) für allfällige spätere Analysen
    aufbewahren
  • Stichstelle in den folgenden Tagen und Wochen gut beobachten (allenfalls Einstichstelle mit einem Marker umkreisen um besser einschätzen zu können, wenn eine Wanderröte auftritt)
  • Bei Auftreten auffälliger Symptome wie Erythema migrans (wandernde Rötung, Ausschlag –
    > Bilder), grippeartige Beschwerden, Schwindel, Gelenk-, Kopfschmerzen oder-/und Übelkeit
    unbedingt einen Arzt aufsuchen und auf einer genauen Abklärung bestehen. Dokumentation
    mitnehmen.

Quelle: www.zeckenliga.ch

Die Checkliste gibt es auch als Download. Wieso nicht gleich ausdrucken und in den Apothekerschrank legen? Dann hat man grad alles griffbereit, sollte es doch einmal soweit kommen. Hier gehts zum Download: Zecken entfernen – Checkliste

Anmerkung: Eine Zeckenimpfung schützt nur vor FSME, also der Hirnhautentzündung, für alle anderen Krankheiten, die Zecken übertragen können, wie z.B. Borreliose, gibt es keinen Impfschutz.

Zecken Risikogebiete in der Schweiz

Wisst ihr eigentlich, ob ihr in einem Risikogebiet wohnt? Bei meiner Recherche zu diesem Beitrag bin ich auf eine spannende App gestossen, die ich euch hier gerne empfehlen möchte. Nebst dem, dass ihr schauen könnt, wo die Zecken Risikogebiete der Schweiz sind,  habt ihr mit der App alle relevanten Infos zur Hand. Es gibt ein kleines Video zur Zeckenentfernung, Infos über die verschiedenen Krankheiten und ausserdem ein Zeckentagebuch (das ihr hoffentlich nie braucht). Hier notiert ihr einen allfälligen Zeckenstich. Die App erinnert euch dann automatisch nach fünf, zehn und 28 Tagen an den Zeckenstich und zeigt euch an, wie die Borreliose-Symptome aussehen können. Ausserdem könnt ihr, anders als im Video oben, die Zecke, anstatt sie zu töten, zu Forschungszwecken einsenden. Weitere Infos dazu in der App. Die ersten spannenden Ergebnisse sind bereits online zu finden, z.B. das bei Kindern Kopf und Hals am häufigsten von Zeckenbissen betroffen sind: Auswertungen und Ergebnisse der App „Zecke“

Die App „Zecke“ ist kostenlos für Android- und iOS-Geräte auf Google Play und dem Appstore zum Download bereit.

Tickless – eine ungiftige Alternative zur Zeckenabwehr

Tickless schützt Kinder, Babys, Hunde und Katzen chemiefrei vor Zecken

Wie schon im ersten Absatz erwähnt, testen wir seit diesem Frühling Tickless. Tickless arbeitet ohne chemische Stoffe sondern sendet ganz leichte Ultraschallwellen aus und verhindet so, dass die Zecken überhaupt zu uns kommen. Tickless befestigt man ganz einfach am Gurt, Hose oder beim Baby z.B. am Kinderwagen. Tickless Pet schützt sogar Haustiere wie Katzen und Hunde vor Zecken und Flöhen.

Zu kaufen gibt es Tickless in Drogerien und Apotheken wie auch online:
Tickless bei Galaxus.ch
Tickless bei 4mybaby.ch
Tickless bei Babyjoe.ch

Unsere Erfahrungen mit Tickless gibt es im Spätsommer hier zu lesen.

Tickless ist eine ungiftige Zeckenabwehr. EIne tolle Alternative zu den giftigen Sprays.

So, jetzt habt ihr ganz viel Negatives über die kleinen Tierchen gelesen und ich weiss, wirklich beliebt sind sie nicht. Damit ihr aber vielleicht doch ein kleines bisschen mehr Verständnis für sie aufbringt, hier noch ein paar positive Zeilen ;-):

Zecken – kein Mensch braucht diese lästigen Tierchen

Das stimmt wohl und man hört, wie bei anderen Insekten und Parasiten „für was brauchts die eigentlich“, „die würden niemandem fehlen“. Aber auch Zecken sind für unser Ökosystem tatsächlich wichtig, sie dienen als Nahrung und helfen sogar dabei, die Evolution voranzutreiben. Für die, die mehr dazu lesen möchten, habe ich zwei Artikel rausgesucht:

Wozu sind Zecken da? – von MDR.de
Wozu Zecken und Mücken gut sind – von WELT.de

Nun wünsche ich euch allen herrliche Tage in der Natur und lasst euch wegen der Zecken nicht die Laune verderben!

Herzlichst,
Muriel

Um Naturkinder vor Zeckenbissen zu schützen, gibt es viele Möglichkeiten, ich zeige dir hier einiges auf.
Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Firma Vivosan AG entstanden.
Bilder: 123rf.com / zhaw.ch

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