Unser Ausflug führt uns nach Urnäsch auf den Lillyweg! Die Strecke von ca. 4 km und insgesamt 14 Posten, lenkt einen durch das wunderschöne Appenzellerland und ist als Familienausflug bestens geeignet.

Ich liebe das Appenzellerland und spätestens, wenn ich im Postauto oder im Appenzeller Bähnli sitze und mein Blick über die Landschaft schweift, stellt sich eine Vorfreude darüber ein, den ganzen Tag in dieser herrlichen Umgebung zu verbringen. Und wer in den modernen Zügen die Fenster, die man öffnen konnte, vermisst, in der Appenzeller Bahn kann man sich den Fahrtwind noch richtig schön durch die Haare blasen lassen ;-).

Der Lillyweg in Urnäsch ist ein Wanderweg, ganz nach dem Gusto der Kinder, die ja gerne Etappenziele vor Augen haben, anstatt stundenlang geradeaus zu gehen. Der Weg erzählt die Geschichte der Geschwister Lilly und Martin, die zu Besuch bei ihrem Onkel Sämi sind und verschiedenes erleben.


Wichtiges

Gesamtlänge: ca. 4 km (die Strecke kann aber verkürzt werden)

Wanderzeit: 1,5 bis 2 Stunden (ohne Pausen an den einzelnen Posten). Die Strecke war für meinen 4,5 jährigen Sohn gut machbar, erst ganz zum Schluss sass er kurz auf Papas Schultern.

Wir waren, inkl. Zmittagessen, gemütlichem Wandern und kleinen Pausen, ca. 4,5 Stunden unterwegs. So konnten wir uns für alles richtig Zeit lassen und mussten nicht hetzen.

Anfahrt: Mit dem Appenzeller Bähnli (oder Auto) bis Bahnhof Urnäsch, danach Umstieg aufs Postauto Richtung Schwägalp.

Start Lillyweg: Postautohaltestelle Steinfluh Urnäsch

Ende Lillyweg: Postautohaltestelle Hüsli, Urnäsch

(oder auch in umgekehrter Richtung möglich).

Verpflegung: Entweder aus dem Rucksack (bräteln an den offiziellen Feuerstellen oder wie wir, direkt am Ufer der Urnäsch), oder in einem der Restaurants.

Der Lillyweg ist nicht kinderwagentauglich und ist von Mitte April bis Ende Oktober geöffnet.

Und nun zu unserem persönlichen Erfahrungsbericht, damit du dir ein besseres Bild machen kannst, was dich erwartet und auf was zu achten ist.

Das erste Highlight für unsere Kinder war das Postauto mit Personenanhänger in Urnäsch. Auch ich selber habe einen solchen noch nie gesehen und war froh, dass nicht ich dieses Monstrum steuern musste. Die Fahrt vom Bahnhof Urnäsch zur Haltestelle Steinfluh gehört zur Postautostrecke Fahrerlebnis Schwägalp-Linie. Auf dieser Linie werden wir auch noch weitere Ausflugsziele testen.

An der Haltestelle Steinfluh ist bereits die erste Tafel aufgestellt und ich empfehle, hier auch die Routenkarte genau anzuschauen, das haben wir nämlich nicht getan, was sich später als Fehler herausstellt. Dazu später aber mehr ;-).

Nach dem Ausstieg führt der Weg runter zur Urnäsch zu den Posten 2 und 3. Die selbtgebauten Steinmannli machen sich gut im Wasser und der Platz ist herrlich für eine Rast. Die Feuerstelle mit Holz lädt sogar bereits zum Zmittag ein, für die, die sich vor der Wanderung stärken möchten, oder die, die den Weg von der anderen Seite her begehen und hier den Abschluss der Wanderung geniessen möchten. Auch der kleine Wasserfall und das Becken sind wie geschaffen für eine Erfrischung! Bei heissem Wetter also Badehose nicht vergessen!

Als wir nun den Weg fortsetzen wollten, gingen wir automatisch davon aus, dass dieser fortlaufend ist, er geht aber, wie auf der Karte ersichtlich, zurück zur Postautohaltestelle. Wir sind dann also, anstatt zum nächsten Posten zu kommen nach einigen 100 Metern wieder auf der Hauptstrasse gelandet. Umkehren war für uns keine Option und so haben wir die Karte, die ich zum Glück fotografiert habe, studiert und den Fehler schnell gefunden. Auch die Lösung war sonnenklar, die Umsetzung gestaltete sich aber etwas schwieriger. Wir mussten die Urnäsch überqueren, um wieder auf den Lillyweg zu kommen. Also durchs Gestrüpp den Hang hinunter und es eröffnete sich dafür ein einsames Plätzchen, wie geschaffen für ein wildes „Familienbräteln“. Fotos der Flussüberquerung danach, durchs eiskalte „Gletscherwasser“ auf rutschigen Steinen, fehlen leider, meine Konzentration war auf das Nichthineinfallen gerichtet, da Kleinkind auf meinem Rücken.

So abenteurlich das Ganze war, haben wir dadurch leider die Posten bis und mit Nr. 6 verpasst, sehr schade, denn da war die Kugelibahn, auf die sich der Grosse schon so gefreut hatte (das war uns zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht klar). Wir haben also den Lillyweg beim Posten 7 fortgesetzt, bei dem wir durch ein Rohr den Säntis betrachten konnten. Die verpassten Stationen schreien schon jetzt nach einer Wiederholung, auch gut.

Nach dem Balancieren über einen Baumstrunk gibt es die Möglichkeit für eine Verschnaufpause beim Gasthaus Rossfall. Nebst saisonalen Gerichten oder einem kalten Getränk darf auch einfach nur auf der Riesenrutsche geflitzt werden. Aber Achtung, sie ist nicht ohne, gerade in den Kurven sollte man nicht zu übermütig sein.

Nach dem Restaurant könnte der Weg nun unterbrochen werden, denn an der Strasse befindet sich eine Postautohaltestelle, die einen zurück nach Urnäsch bringt. Wenn du aber erfahren möchtest, was Lilly und Martin noch erleben, einfach die Strasse überqueren und weiter dem Wanderweg folgen. Wir genossen die Kühle des Waldes, freuten uns über eine kurze Picknickpause auf dem Hochsitz, während unsere Augen den Wald nach Tieren absuchten (einen Dachs haben wir entdeckt ;-)). Anscheinend gefällt dieses Plätzchen auch den Mücken, darum zog es uns nach einem kurzen Snack auch gleich weiter.

Wer zu diesem Zeitpunkt eine Mittagsrast einplanen möchte, trifft es gut, denn die Feuerstelle bei den Kletterfelsen (gerade kleinere Kinder benötigen hier unbedingt Hilfestellung) ist nicht weit. Wer es komfortabler bevorzugt, kann auch noch einige Minuten weiter gehen und findet da das Lillybeizli der Familie Biser. Nebst verschiedenen Erfrischungen hat es auch immer etwas gegen den Hunger im Angebot. Was wir leider erst nach der Wanderung erfahren haben, die Familie bietet noch weiteres, wie Schlafen im Stroh oder ein Massenlager, Wellness in Form eines Hot-Pots etc. Ein Blick auf ihre Seite lohnt sich: Bisers Lillybeizli.

Wer lieber erst zum Schluss der Wanderung eine längere Rast machen möchte, nimmt auch noch die letzte Etappe in Angriff und brätelt bei der Feuerstelle am Schluss des Weges oder gleich am Ufer der Urnäsch und verbindet den Abschluss mit Plantschen im Wasser. Nun lohnt es sich auch, einen Blick auf den Postautofahrplan zu werfen. Rechnet von dieser Stelle bis hinauf zur Postautohaltestelle Hüsli noch ca. 10 Minuten ein. Es ist zwar nicht weit, wir haben aber den sehr steilen letzten Aufstieg etwas unterschätzt und gerade kurze Kinderbeine, die schon eine Wanderung hinter sich haben, müssen hier allenfalls nochmals die letzten Kraftreserven aktivieren, da ist es entspannter, wenn man als Eltern weiss, dass man noch genügend Zeit hat. Zumindest mich entspannt das.

Glücklich und müde haben wir das Postauto erwartet, das uns zurück nach Urnäsch zum Bahnhof chauffiert hat.

Für uns haben die paar Minuten am Bahnhof genau gereicht, um am Kiosk die obligate Glacé zu kaufen. Und irgendwie schmeckt diese nach einem solchen Wandertag gleich noch viel besser, oder?

Fazit

Ein wunderschöner Wanderweg durch die Appenzeller Landschaft, der gut für Kinder ab ca. 4 Jahren machbar ist (für kleinere Kinder lohnt es sich, eine Tragehilfe mitzunehmen). Was mir besonders gefallen hat, war, dass nebst der Abwechslung durch die verschiedenen Posten, stets Abkühlung durch Waldabschnitte und natürlich der Urnäsch gesichert war.

Unterwegs mit dem PostAuto
 
In meiner Serie „Unterwegs mit dem PostAuto“ stelle ich euch Ostschweizer Ausflugsziele vor, die immer mit einer herrlichen Postautofahrt verbunden sind! Du willst mehr? Dann bestell dir die kostenlose Freizeitkarte von PostAuto Ostschweiz mit über 40 Ausflugtipps!